SCHULTER AN SCHULTER DURCHS FEUER GEHEN!

Feuerwehr ist international. So ist es nicht überraschend, dass es innerhalb der Zusammenarbeit der Partnerstädte Dar es Salaam und Hamburg von Beginn an auch eine Kooperation der Feuerwehren gibt. Die Hamburger Brandschützer arbeiten mit ihren tansanischen Kollegen auf verschiedenen Feldern zusammen. Dieses bringt Nutzen für beide Seiten. Die Tansanier werden durch unsere Hilfen fachlich ertüchtigt. Die deutschen Kollegen erleben einmal Feuerwehr unter deutlich schwierigeren Rahmenbedingungen, gleiche oder ähnliche Aufgaben mit einer sehr schlechten Ausstattung abarbeiten zu können. Dieses führt zu neuen Erfahrungen, einer höheren Wertschätzung der eigenen Arbeitssituation und gibt ihnen eine große Befriedigung, den afrikanischen Kollegen bei ihrer Arbeit helfen zu können.

Atemschutztechnik
Beim Schadensfeuer geht die größte Gefahr vom Brandrauch aus. Er enthält neben verschiedenen anderen Giften auch das tödliche Kohlenmonoxid. In diese tödliche Zone muss der Feuerwehrmann zur Brandbekämpfung gehen.
Bei Benutzung der Atemschutzgeräte atmet der Feuerwehrmann verdichtete Luft aus einem Luftzylinder ein. Inzwischen wurden fast alle tansanischen Feuerwehrleute im Umgang mit diesen Geräten ausgebildet, ebenso das Personal der Atemschutzwerkstätten, die nach und nach überall entstehen. Aus jeder neuen Werkstatt kommt jeweils ein tansanischer Techniker zum Langzeitpraktikum in die Hamburger Atemschutzwerkstatt.
Zusammen mit den gespendeten Geräten sind die tansanischen Kollegen jetzt in der Lage, sich dem Feuer zur wirksamen Brandbekämpfung durch den Rauch sicher zu nähern.

Höhenrettung
Kommt es zu einem Notfall in größeren Höhen oder Tiefen werden die Höhenretter gerufen. Sie retten den erkrankten Kranführer aus seiner Kabine hoch im Kran. Genauso müssen z.B. verunfallte Techniker aus einem Windkraftwerk in die Tiefe abgeseilt werden. In Tansania kommt es immer wieder zu Unfällen in Brunnen oder auch in Latrinen, aus denen Menschen gerettet werden müssen. Die Höhenretter sind erst einmal schwindelfrei. Durch eine besondere Ausbildung, ausgestattet mit speziellen Geräten sind sie in der Lage, an diesen ungewöhnlichen Orten eine wirksame Hilfe zu leisten und Menschen aus großen Höhen und auch aus tiefen Schächten zu retten.
Hamburger Höhenretter bildeten tansanische Kollegen  aus. Afrikanische Multiplikatoren kamen zur Fortbildung für ein Langzeitpraktikum nach Hamburg und übernehmen nun als Ausbilder das Training ihrer tansanischen Kollegen.

Wasserrettung

Tansania wird immer wieder von größeren Fluten heimgesucht. Teile der Stadt werden überflutet. Schiffe auf den großen Binnenseen geraten in Seenot oder kentern durch Überladung. Dann gilt es Menschen zu retten und auch die Ertrunkenen zu bergen. Die Feuerwehr stand früher hilflos vor den Problemen.
Durch die Initiative der Berliner Feuerwehrangehörigen Janne Böhrold entstand eine enge Zusammenarbeit der Hamburger Rettungsschwimmer und Feuerwehrtaucher mit den Kollegen in Dar es Salaam. Aus interessierten afrikanischen Kollegen entstanden durch Kurse der Hamburger Schwimmausbilder zuerst Schwimmer, danach Rettungsschwimmer und nun auch eine erfolgreiche Tauchergruppe. Zwei Taucher aus Dar es Salaam erwarben in einem Langzeitpraktikum bei den Hamburger Feuerwehrtauchern wertvolle Kompetenzen, leiten die Taucheinsätze und organisieren die Fortbildung in Tansania.

Hilfslieferungen

Um wirksam Hilfe leiten zu können, bedarf es neben einer qualifizierten Ausbildung auch der richtigen Ausrüstung. Und genau dort fehlt es bei den Kollegen aus Dar es Salaam.
Während in Deutschland Geräte und Materialien in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden, fehlt es in Tansania an allem.
Daher begannen die Feuerwehrleute aus Hamburg, geeignetes Material zu sammeln und per Seecontainer nach Tansania zu verschiffen. Der ASB Hamburg-Mitte (Auslandshilfe) bietet kostenlose Lagermöglichkeit und hilft bei der Logistik.
Das Beispiel machte Schule. Inzwischen wird von Feuerwehren aus der ganzen Republik Material angeboten. Auch Hersteller bieten Vorführgeräte, Leasingrückläufer und Restposten nach Systemwechsel an. Die Spende von technischen Geräten ist immer mit einer Ausbildung in Tansania verbunden.

In dieser Partnerschaft arbeiten zusammen: