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Sansibar 1866: Die junge Sayida Salme, eine Tochter des Sultans Said von Oman und Sansibar, liebt den Hamburger Kaufmann Heinrich Ruete, der in Hafennähe ein hanseatisches Handelshaus leitet. Eine Ehe mit einem Christen ist für die junge Muslima nicht möglich. Als sie schwanger wird, begibt sie sich auf eine abenteuerliche Flucht Richtung Europa. Unterwegs heiratet sie den Vater ihres Kindes, tritt zum Christentum über und erreicht schließlich mit ihm Hamburg. In der Hansestadt beginnt für Salme die Verwandlung der arabischen „Prinzessin“, wie man sie hier nur nennt, in die deutsche Bürgersgattin Emely Ruete. Nach wenigen Jahren stirbt Heinrich durch einen tragischen Unfall und für die  junge, mittellose Witwe mit drei kleinen Kindern beginnt eine Odyssee quer durch Deutschland auf der Suche nach Arbeit und Heimat. Die Sehnsucht nach ihrer geliebten Insel Sansibar und ihr Kampf ums Erbe lassen sie zum Spielball deutscher Kolonialinteressen werden.

Emely Ruete starb 1924 in Jena und fand ihre letzte Ruhe auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg.

Der Film orientiert sich an den historisch spannenden Schilderungen Emely Ruetes, die sie in zwei Büchern „Memoiren einer arabischen Prinzessin“ (1886) und „Briefe nach der Heimat“ veröffentlichte. Detailliert vergleicht sie ihre heimatliche Kultur und Religion immer wieder mit dem gesellschaftlichen und religiösen Leben, das sie in Deutschland vorfindet. Viele ihrer Beobachtungen und Erfahrungen klingen auch heute erstaunlich aktuell.

Die Filmemacherin Tink Diaz fand für diese historische Dokumentation Bilderspuren auf Sansibar, in Deutschland, in den USA  und in Archiven.

Regie: Tink Diaz, 62 Minuten